1+1=3. Modekooperationen und ihre Ergebnisse

cq5dam.web.648.365.png
Das Kooperationskarussell dreht sich weiter: Who’s next?

Vor nicht allzu langer Zeit berichteten wir über den Blog Fashematics, der Runway-Looks auf gewitzte Weise in ihre Bestandteile aus Popkultur und Produkten aufdröselt.
Auch Modelabels haben schon lange die Macht der Addition verstanden, und suchen sich geeignete Partner für Kooperationen in Designern oder sogar modefremden Kreativen und Celebrities. H&M, Target und Topshop machen schon seit langem vor, wie doppelte Designpower auch die Medienwirksamkeit multipliziert und Umsätze vervielfacht. [weiter…]

Anna Piaggi ist tot

anna-piaggi-nestandard1.jpg
Anna Piaggi, Bild via, Fotograf: Sita, Luca Bruno

Anna Piaggi, die exzentrische Grande Dame des italienischen Modejournalismus ist heute 81-jährig in ihrer Wohnung in Mailand verstorben. Die 1931 geborene Modeikone, die von Manolo Blahnik als „the world’s last great authority on frocks“ betitelt wurde, war bekannt für ihre Arbeit bei der italienischen Vogue, als Muse für zahlreiche Designer, insbesondere Karl Lagerfeld und Hutmacher Stephen Jones, sowie für ihren eklektischen Stilmix in Sachen Mode, dem das Victoria & Albert Museum im Jahre 2006 eine eigene Ausstellung gewidmet hatte. [weiter…]

London 2012: Olympia der Eitelkeiten

bolt2.jpg
Usain Bolt: Gold wert, auch für Puma.

Noch bevor die Olympiade in London losgegangen ist, stehen einige Gewinner bereits fest. Denn nicht nur ein Kräftemessen der besten Sportler der Welt ist Olympia, auch die finanzstärksten Sportartikelhersteller und -ausstatter, sowie Designer lassen auf olympischem Boden ihre Muskeln spielen.
Während Adidas (Jahresumsatz: 17,2 Mrd. Euro) sich als offizieller Sponsor des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) den Löwenanteil des medialen Interesses gesichtert hat, und neben ca. 5.000 Athleten auch 84.000 freiwillige Helfer ausstatten wird, kämpfen die stärksten Konkurrenten auf dem Sportartikelmarkt, Nike (Jahresumsatz 13,3 Mrd. Euro) und Puma (Jahresumsatz 3 Mrd. Euro) mit den Herzogenaurachern um Werbefläche. [weiter…]

Fashion Mash-Ups – Mode trifft …

JasonWuPastaRosa1.jpg
Jason Wu S/S 2012, Erdbeerravioli mit Käsefüllung.

Eine Stilblüte des Internet sind die Fashion Mash-Ups, die mit Mode medial spielen, oder sie zu anderen kulturellen Phänomenen in Beziehung setzen; Fashematics ist ein solches Beispiel, The Sartorial Twist ein anderes.
Bei Taste of Runway von Anna Marconi geht es in die Küche: sie übersetzt auf ihrem Blog Catwalk-Outfits auf eine gelungene Weise in Cuisine, lässt sich visuell von den Ideen der Designer inspirieren, um optisch ähnliche Köstlichkeiten zu kreieren. [weiter…]

Zeit für einen German Fashion Council

CFDA.jpg
Internetauftritt des CFDA, Liste der CFDA Members

In ersten Tagen nach Ende der Modewoche in Berlin war bei fast allen großen Zeitungen Fashion-Week-Rekapitulation, bei einigen war es wieder Zeit für Fashion-Week-Bashing.
Das Spiel ist jede Saison das gleiche: Berlin sei zu arm, zu langweilig, zu avantgarde, zu unwichtig, zu experimentell, zu desinteressiert. Meist bleibt es bei diesem pessimistischen Bild Berlins als (Nicht-)Modehauptstadt Deutschlands.
Dieses Jahr jedoch verstärkt sich einigerorts der Ruf, die deutsche, oder die Berliner Mode, solle sich organisieren – in Form eines Mode-Rates, oder, um es modischer zu sagen, eines Fashion Council. [weiter…]

Warum Bonnie Strange?

bonnie-strange1
Bonnie Strange

Als Bonnie Strange vor einigen Saisons mit ihrer Model-Girl Group „The Rio Girls“ in aufeinander abgestimmten Outfits auf der Fashion Week auftauchte, kratzte sich manch einer verwirrt am Kopf. Wer sind denn die? Warum werden die so viel fotografiert?“- Das ist doch die eine von Germany’s Next Topmodel“ flüsterte der Sitznachbar, „Nee, das ist die Freundin vom Ochsenknecht-Sohn“ raunte ein anderer. Mittlerweile fragt keiner mehr.
Bonnie Strange ist omnipräsent. Sie ist Model, Party-Girl, It-Girl, Bloggerin, Fotografin, Dauergast auf Street-Style Blogs und neuerdings Designerin.
Ein Fashion Event ohne ihre pinke, blaue oder orangene Mähne – unvorstellbar. Doch warum? Und warum gerade jetzt? [weiter…]

Kommerz und Schmerz

page5.jpg
Foto: James Casalena

„Wer schön sein will, muss leiden“ ist eine gängige Binsenweisheit im deutschsprachigen Raum, das englische Pendant „beauty knows no pain“ negiert zwar den Leidenspart, bedeutet aber letztendlich dasselbe: Schönheit und Schmerz sind eng miteinander verknüpft. Die Mode, insbesondere aber die Modefotografie, zehrt häufig vom Spannungsverhältnis zwischen Leid und Schönheit, vom Hingezogen- und Abgestossensein des Betrachters, von Begehren und Selbstprojektion, vom Erwecken von Verlangen und dem Traum von einem besseren Leben durch einen schöneren Körper. [weiter…]

Vom Youthquake und seinen Nachbeben

BJ_David_Bailey.jpeg press_Lauren-Hutton.jpeg
Twiggy in Betsey Johnson, British Vogue 1966, Foto David Bailey; Lauren Hutton in einem „Glue it Yourself dress“, ebenfalls Betsey Johnson, LIFE, 1966. Fotograf unbekannt.

Die Ausstellung mit dem Titel Youthquake! The 1960s Fashion Revolution, derzeit am FIT zu sehen, beschäftigt sich mit einem wichtigen Wendepunkt der Mode, der Medien und der Kultur: die Jugendrevolution der Sechziger Jahre. Von einer Gesellschaft, in der das Establishment das Sagen hatte, wandelte sich beinahe schlagartig alles hin zu einem Massenmarkt dominiert von Teens und Twens, eine Veränderung, die selbst die Haute Couture transformierte. [weiter…]

Designer als Gebrauchsgut

Screen shot 2011-03-02 at 1.39.04 PM.jpeg
Mögliche Galliano-Nachfolger. Foto via anneofcarversville.

Der Designertransfermarkt ähnelt derzeit ein wenig dem des Fussballs. Wer wechselt wohin, wie viel wird bezahlt, steigen die Aktien? Der Posten des Dior-Chefdesigners ist nicht fest besetzt, seit dem unglimpflichen Verschwinden Gallianos, doch die Gerüchteküche kocht heiß, zuletzt über Christopher Kanes möglichen Einstieg; Stefano Pilati verlässt YSL, YSL heuert Hedi Slimane an; Jil Sander feiert ihr Comeback, dafür muss Raf Simons gehen. [weiter…]

Disability Chic

larrydunstan dis
Larry Dunstan Photography

Ein immer wieder aufgegriffenes Motiv in Mode und Populärkultur ist das der Behinderung. Ob in Modefotografie, Kunst oder Film: Behinderung, ihre Ästhetisierung und ihr Schrecken, ist ein schockierendes und zugleich anziehendes visuelles Element. Um eines vorwegzuschicken: es geht hier nicht um tatsächliche Behinderung, sondern um ihre, zumeist geschönte, Repräsentation in den Medien und der Mode. [weiter…]