Fashion Film Variety: Life and Death Edition

William Shakespeares romantische Figur Ophelia, die verlorene Unschuld symbolisierend, übt auch noch 400 Jahre später eine große Faszination auf Künstler, Schriftsteller und Dichter aus. Der tragisch-schöne Tod der Heldin war unter anderem Inspirationquelle für  das Musikvideo zu “Where the Wild Roses Grow” mit Nick Cave und Kylie Minogue, sowie bei “Melancholia” von Lars von Trier mit Kirsten Dunst.
Auch der japanische Designer Mihara Yasuhiro findet in Ophelia seine Muse und fordert im Film “Ophelia has a dream” von Paolo Roversi auf, mit ihr zu träumen.
Hinsichtlich der Katastrophe in Mihara Yasuhiros Heimatland Japan im März 2011, und der damit verbundenen Erinnerung an menschliche Verwundbarkeit, an die Kostbarkeit des Lebens, lässt er in der Darstellung um die ikonischen Ophelia Schmetterlinge flattern, und verleiht somit ein Gefühl des Optimismus in der Tragödie.
“I hope to portray optimism and hope for the future; I hope that Ophelia is dreaming and only saw happiness”. (via)

Der kurzweilige und raffiniert inszenierte Film “The Morning After” von Jessica Hundley für den Brillenhersteller Grey Ant überzeugt mit einer modernen Vampirgeschichte. Statt klischeehaften Twilight-Vampir-Szenen wird der nüchterne Morgen danach beschrieben, das quälende Aufstehen nach einer wild blutigen Nacht, sowie die Verwandlung des Liebhabers zu einem Untoten. Gegen die Sonnenstrahlen des Tages helfen dabei die coolen Sonnenbrillen des Labels.

Das Berliner Label Moga e Mago um Elisa Lindenberg und Tobias Noventa kreierte im Vorfeld große Spannung um den Kurzfilm “Possession” von Ralf Schmerberg, welcher Ende 2012 in den Vereinsräumen von Mindpirates Premiere feierte.
Die Hauptrolle in dem düsteren Film spielt ein goldenes, nietenbesetztes Kleid, das zum rücksichtslosen Morden verführt.
Die exzessive Reise zwischen Drogentrips und Leichen, gepaart mit Eifersucht, Neid, sowie Gier polarisiert und fasziniert zugleich.

StyleLikeU, die Plattform vom Mutter-Tochter-Duo Elisa Goodkind und Lily Mandelbaum, zeigt in ihrer jüngsten Zusammenarbeit mit der Performance-Künstlerin Andrea Mary Marshall, unter der Regie von Danny Christensen, ein Portrait Marshalls.
Fünf Alter Egos werden in dem mutigen Kurzfilm vorgestellt, wobei die Wahrnehmung und die Komplexität von Weiblichkeit mit Hilfe von Mode erkundet wird. Dabei wird an Schockierendem nicht gespart: Kreuze, blutige Unterwäsche, blutende Augen, Marienbilder und Waffen unterstützen die gewalt(tät)ige Aussage des Videos.

Mit ihrem Film “Morphe” für den Beautyhersteller Aésop teilte sich Lucy McRae den Preis in der Kategorie “Best Adverstising” beim ASVOFF5 mit Kenzo’s “Watermarked” von Marco Roso.
Lucy McRaes unverkennbare experimentelle Handschrift, ihre Faszination mit körperlicher Manipulation, führt bei “Morphe” auf eine interessante Reise mit verblüffenden Effekten. Mit einem Sortiment von Gelen, Flüssigkeiten und seltsamen Apparaten wird eine eigensinnige Schönheitsbehandlung durchgeführt, die an die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung führt.

“On New Terms” ist ein düsterer Kurzfilm vom Regisseur Ramón J. Goñi, basierend auf dem gleichnamigen Gedicht von Deborah Garrison. Die poetische Arbeit, Teil der “Death Serie” von Showstudio, erforscht die Idee des Todes als Neubeginn.
Der Zuschauer soll darin seine eigene Gefühle und Erfahrungen auf die dargestellten Szenen projizieren. In der Hauptrolle die beunruhigende Schönheit Ashley Smith die immer wieder gerne von neuem beginnen würde.