Berlin Fashion Week – Ep_anoui S/S 2013

376502_4357957153923_41083674_n.jpg
Ep_Anoui, Walking Dreams, S/S 2013 Photo by Frederik Schulz

Eine außergewöhnliche und besonders gut durchdachte Inszenierung bot das Label Ep_Anoui am Freitag auf der Berliner Modewoche. Walking Dreams nennt sich die S/S 2013 Kollektion von Eva Poleschinski, und gelaufen wurde, trotz der Wahl einer Installation anstatt eines Catwalks, im STUDIO des Mercedes-Benz Zeltes tatsächlich.

2012-07-06 17.18.04.jpg 2012-07-06 17.24.50.jpg
Ep_Anoui, Walking Dreams, S/S 2013

Das Publikum wurde in einen abgedunkelten Raum eingelassen, in welchem die Models bereits warteten – allerdings in langen, weißen Roben, im Schein punktueller Lichtquellen und viel Nebel.
Nach und nach begannen die Models, von der Dunkelheit ins Licht zu gehen, die weißen Nebelschleier der Traumwelt abzulegen und die Arbeiten des Labels auf dem Podest im Scheinwerferlicht – sozusagen bei klarem, wachem Verstand, zu präsentieren. Die Symbolik des Übertretens von einem Daseinszustand zum anderen, das Werden und Vergehen von Bewusstsein, von Emotionen und von Persönlichkeitszügen, all das schaffte Poleschinski in ihrer Performance einzufangen.

2012-07-06 17.25.12.jpg 2012-07-06 17.26.30.jpg
Ep_Anoui, Walking Dreams, S/S 2013

Als Inspiration zur Kollektion diente der Wiener Designerin die Persönlichkeitsanalyse – klar, als Österreicherin dafür quasi prädestiniert. So integrierte sie gekonnt Paillettenstoffe, die von Rorschachtests und Traumdeutung beeinflusst waren, und benutzte insbesondere die Symbolik der Mohnblume, für Schlaf und Vergessen stehend, in ihren Drucken. Die Verworrenheit eines Traumes und seine Neigung, sich im Wachzustand schnell zu verflüchtigen; die Ohnmacht, ihn zu greifen, ihm im Halbschlaf beim Zerrinnen zu beobachten, wie durch ein Sieb mit riesigen Löchern, lässt sich in ihrem grobmaschigen Strick wiederfinden.

425105_4357958153948_557795120_n.jpg
Ep_Anoui, Walking Dreams, S/S 2013 Photo by Frederik Schulz

Nicht alle Models waren sich der Wichtigkeit ihrer Performance bewusst, und zerstörten durch Unterhaltungen miteinander den düsteren, ersten Eindruck der Inszenierung, in welche doch offensichtlich sehr viel Zeit und Idealismus gesteckt worden war.
Der Designerin wünscht man für das nächste Mal mehr Glück mit Models und deren Re-Hydrierungsmaßnahmen, um die Wirkung der Show noch um ein kleines Stückchen mehr zu verstärken.

2012-07-06 17.28.18.jpg
Ep_Anoui, Walking Dreams, S/S 2013