English, Phoebe English

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Phoebe English by Style Bubble

Den Namen Phoebe English sollte man sich merken. Die Gewinnerin des Merit Awards, welches vom Londoner Vauxhall Fashion Scout jede Saison an die wirklich vielversprechenden Design-Talente verliehen wird, und als Indikator für den nächsten großen Namen in der britischen Mode gilt, hat es geschafft: Ihre Herbst 2012 Kollektion wird im Dover Street Market verkauft, was einem Ritterschlag gleichkommt.

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Eigentlich wollte die Central St Martins Absolventin Schauspielerin werden: “Einen Sommer lang sprach ich an allen möglichen Schauspielschulen in ganz Großbritannien vor, und keine hat mich angenommen. Also habe ich den Kurs an St Martins belegt, um überhaupt zu sehen wie es ist – und habe es nie bereut.”
Das dramatische Fach liegt Ms. English nahe, ihre Abschluss-Kollektion war von Gotik inspiriert und man sah im Herbst 2011 viel schwarz, lange Kleider, Federn, künstliches Haar, Leder und Gummi auf dem Laufsteg. English nannte es “deconstructed glamour”, und hat sich damit erst mal in die Liga der mutigen Trendsetter auf der Insel katapultiert, neben Henry Holland, David Longshaw und Pam Hogg.
“Es war aber nicht geplant – und mein Debut war auch eine Überraschung. Haare benutzte ich als Stoff, es hat eine wirklich interessante Oberfläche und ich liebe die Art und Weise, wie es sich bewegt.”

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Kleider mit Haar-Vorhängen weckten English’ Interesse an der Textur, und ein Experiment mit Strick folgte und resultierte in hand-gehäkelten Haarsträhnen, die in die Gummi-Elemente eingebunden waren. Ein faszinierend komplizierter technischer Prozess für die Designerin – und eine garantiert spannende Show für die Profi-Besucher der London Fashion Week.

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Ungewöhnliche Stoffe einzusetzen ist so etwas wie English’s Signatur, im Herbst 2012 experimentiert sie -neben Seide- mit viel Latex und kreiert dennoch mehr tragbare, feminine Kleider, die auch kommerziellen Erfolg versprechen.
Eine Strategie, die aufgeht: ihre Geschäftspartnerin Rose Easton, frühere Einkäuferin für den renommierten The Shop at Bluebird, platzierte English beim Dover Street Market, der erste und sicherlich nicht der letzte Deal der ambitionierten Businessfrau.
Phoebe English kann sich nun auf das Kreative konzentrieren. Sie hat ein neues Studio im Londoner East End, beschäftigt einen Schneider und zwei Praktikanten, und bastelt gerade an der neuen Kollektion. “Es ist eine große Verpflichtung, ein eigenes Label zu gründen”, sagt sie und fügt hinzu: ” Vielleicht sollte man solche Dinge machen, wenn man jung und naiv ist”.