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	<title>modabot &#187; Geschichte</title>
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	<description>Modabot - Mode News Nachrichten Film Fotografie / Fashion News Film Photography</description>
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		<title>A Life in Pictures: Helena Rubinstein</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jan 2014 10:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Baldauf]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beauty]]></category>
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	„Es ist keineswegs oberflächlich, jung bleiben und die größtmögliche Perfektion erreichen zu wollen.“ Die Geschichte der Marke Helena Rubinstein klingt wie ein Märchen und ist untrennbar mit ihrer Namensgeberin verbunden. Aus dem Nichts hat die nur 1,47m große Frau ein<br /><a class="more" href="http://www.modabot.de/a-life-in-pictures-helena-rubinstein">[weiter...]</a>]]></description>
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	</div>
	<div id="attachment_33806" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Helena Rubinstein, Salon, ca. 1932</p></div>
<blockquote><p>„Es ist keineswegs oberflächlich, jung bleiben und die größtmögliche Perfektion erreichen zu wollen.“</p></blockquote>
<p>Die Geschichte der Marke Helena Rubinstein klingt wie ein Märchen und ist untrennbar mit ihrer Namensgeberin verbunden. Aus dem Nichts hat die nur 1,47m große Frau ein Imperium geschaffen, trotz der scheinbar unüberwindbaren Hindernisse ihrer Zeit: Frau, Migrantin, mittellos und Jüdin. Heute steht die Marke Helena Rubinstein als Synonym für Schönheit. Zu verdanken hat sie ihren Erfolg nicht nur ihrem Weitblick, ihren Visionen und der Geschäftstüchtigkeit. Ohne ihre Mutter wäre die Geschichte vielleicht anders geschrieben worden.<span id="more-33805"></span></p>
<p>Helena Rubinstein wurde 1872 im jüdischen Viertel in Krakau geboren, als älteste von acht Schwestern. Schon früh entwickelte sie ein Gefühl für die Schönheit und deren Pflege. Mit Intelligenz, Mut und viel Energie im Gepäck, verließ Rubinstein im Alter von 24 Jahren Polen, um einer arrangierten Ehe zu entgehen. Das Ziel war Australien, wo sie zuerst als Kindermädchen bei einem Onkel arbeitete. Es heißt, ihre Mutter habe ihr zwölf Cremetöpfchen zur Pflege in der Ferne mitgegeben. Schon in ihrer Kindheit wurde Rubinstein von der Mutter zu konsequenter Gesichtspflege angehalten, etwas, das sich im Erwachsenenalter auszahlte.</p>
<div id="attachment_33812" style="width: 613px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Werbung für die Creme Valaze von Helena Rubinstein, ca. 1905.</p></div>
<p>In Australien wurde sie für ihre glatte, makellose, weiße Haut bewundert. Die Australierinnen hatten dagegen mit Hitze, praller Sonne und Trockenheit zu kämpfen. Rubinstein gab einige Cremes an dortige Farmerinnen weiter, die sofort begeistert waren. Mehr Cremes wurden importiert und der Erfolg stellte sich schnell ein. Mit der Weiterentwicklung der Formel kam auch der erste Schönheitssalon in Melbourne und die erste Creme Valaze.</p>
<p>Rubinstein verstärkte die Kommunikation mit den Kundinnen, um deren Wünsche genau analysieren zu können und stieg in den Versandhandel ein. Rubinstein hatte erkannt, wie sie ihr Unternehmen zu einem Imperium aufbauen konnte: sie erkannte Schönheit als einen Machtfaktor an und wollte allen Frauen den Zugang zu Schönheit erleichtern. Dafür ließ sie Produkte produzieren, die erschwinglich waren. Bevor Helena Rubinstein Australien verließ, um ihre Forschungsarbeit voranzutreiben, hatte sie in mit ihren Produkten und dem Salon schon ein kleines Vermögen verdient.</p>
<div id="attachment_33813" style="width: 605px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Webung in Vogue 1945</p></div>
<p>Ihre nächste Station war Europa. Um sich weiterzubilden, nahm sie ein Studium bei einem bekannten Dermatologen auf und beschäftigte sich dazu noch mit Ernährungswissenschaft und Gesichtschirurgie. Zwei neue Salons wurden in Paris und London eröffnet. Helena Rubinstein heiratete 1907 einen Journalisten und bekam zwei Söhne; Der 1.Weltkrieg ließ die Familie nach Amerika auswandern. Auch hier kam der Erfolg schnell.</p>
<blockquote><p>„Alle amerikanischen Frauen hatten purpurrote Nasen und graue Lippen und ihre Gesichter waren Kreideweiß vom schrecklichen Puder. Ich erkannte, dass die Vereinigten Staaten mein Lebenswerk sein konnten.&#8220;</p></blockquote>
<p>Nicht nur im Schönheitssalon konnten die (importierten) Produkte erworben werden, sondern auch in Kaufhäusern und Drugstores. Ab 1920 wurden die weiterentwickelten Produkte unter Namen Helena Rubinstein verkauft. Die Weltwirtschaftskrise machte Rubinstein zu einer sehr reichen Frau. Sie hatte 1928 zwei Drittel ihrer Anteile für 7,5 Mio. Dollar an Lehman Brothers verkauft, das Bankhaus ging pleite und sie erwarb die Anteile zurück, für gerade einmal 1,7 Mio. Dollar.</p>
<div id="attachment_33810" style="width: 628px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Long Lash Helena Rubinstein, ca. 1957</p></div>
<p>So vermögend kehrte Rubinstein nach Paris zurück und widmete sich ihrer Kunstleidenschaft. In ihrem Salon verkehrten Maler wie Matisse und Chagall, auch die Schriftsteller Hemingway und Faulkner gehörten zu ihrem Bekanntenkreis.<br />
Nach ihrer Scheidung 1937 heirate Rubinstein bereits ein Jahr später einen 30-Jahre-jüngeren georgischen Prinzen. In den 30er Jahren begann der lebenslang andauernde Konkurrenzkampf zwischen ihr und Elizabeth Arden. Jede beäugte die andere und die jeweiligen Fortschritte und sie spornten einander so zu Höchstleistungen an.</p>
<div id="attachment_33811" style="width: 575px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Pink Tulips, ca. 1964</p></div>
<p>Unweit von New York eröffnete 1953 eine riesige Fabrik der Marke Helena Rubinstein, weitere entstanden in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Israel, Australien, Japan, Kanada und Südamerika. Rubinstein war für ihre Sparsamkeit bekannt und legte großen Wert auf rationalisierte Produktionsabläufe. So konnte die komplette Herstellung des Puders voll automatisiert von nur einer Bedienungskraft gesteuert werden.</p>
<div id="attachment_33809" style="width: 771px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Helena Rubinstein in ihrem Labor, ca. 1960</p></div>
<p>Neue Wege ging sie auch bei der Vermarktung. Designer und Künstler entwarfen Verpackungen, Schriftsteller texteten für Prospekte, Werbeanzeigen und das hauseigene Magazin. Und nicht zuletzt entwarfen namhafte Innenarchitekten das Interieur der Schönheitssalons.</p>
<p>Zeit ihres Lebens galt Rubinstein als Förderin für Kunst und Wissenschaft. So organisierte sie Ausstellungen für unbekannte Maler, stiftete Reisestipendien an Künstler oder unterhielt Fonds zur Unterstützung von Kunststudenten. Dank ihr wurde an der Universität von Massachusetts ein Lehrstuhl für Chemie eingerichtet. Der Helena-Rubinstein-Preis wird zusammen mit der UNESCO an Forscherinnen vergeben.</p>
<div id="attachment_33807" style="width: 510px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Dali Salon New York, ca. 1942</p></div>
<p>Helena Rubinstein starb 1965 im Alter von 95 Jahren. Bis dahin hatte sie über 100 Niederlassungen in 14 Ländern aufgebaut, in denen mehr als 30.000 Beschäftigte tätig waren. Einen großen Teil ihres Privatvermögens vermachte sie der Gesundheitsfürsorge, weil sie gern den Beruf der Ärztin ergriffen hätte und ihren Traum, Kosmetik zur Medizin weiterzuentwickeln, verwirklicht werden sehen wollte.</p>
<div id="attachment_33808" style="width: 653px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Helena Rubinstein, ca. 1960</p></div>
<p>Die Kosmetikbranche hat Pionieren wie Helena Rubinstein viel zu verdanken. Nicht nur die Begabung und der Wunsch, die Frauen zu verschönern, sondern die professionelle Herangehensweise, die Einbeziehung der Wissenschaft und ständige Weiterentwicklung bzw. Weiterbildung in den Bereichen der Medizin, der Dermatologie, der Chirurgie und angrenzenden Disziplinen wie Ernährung haben Helena Rubinstein zu Recht zu einer außergewöhnlichen Marke gemacht.<br />
Ihr verdanken wir die erste wasserfeste Mascara, die erste Automatik-Mascara,<br />
mit Vitaminen angereicherte Kosmetikprodukte und hohe Wirkstoffkonzentrationen.<br />
Dabei blieb sie stets ganz pragmatisch: „Wenn ich es nicht getan hätte, hätten es andere getan.“<br />
Heute gehört Helena Rubinstein zum L´Oreal-Konzern Paris.</p>]]></content:encoded>
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		<title>A Life in Pictures: Die Brüder Seeberger</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Dec 2013 11:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Russ]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
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	<a href="http://www.modabot.de/a-life-in-pictures-die-bruder-seeberger"><img title="IMG_7894" src="http://www.modabot.de/wp-content/uploads/IMG_7894.jpg" alt="A Life in Pictures: Die Brüder Seeberger" width="132" height="200" /></a>
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	Ihre Namen sind kaum jemandem Bekannt, doch die Brüder Seeberger haben einen immensen Beitrag zur Geschichte der Mode geleistet, indem sie diese von 1909-1939 dokumentierten: an den Hotspots der Reichen und Schönen hielten sie den Stil, die Mode und die<br /><a class="more" href="http://www.modabot.de/a-life-in-pictures-die-bruder-seeberger">[weiter...]</a>]]></description>
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	<a href="http://www.modabot.de/a-life-in-pictures-die-bruder-seeberger"><img title="IMG_7894" src="http://www.modabot.de/wp-content/uploads/IMG_7894.jpg" alt="A Life in Pictures: Die Brüder Seeberger" width="132" height="200" /></a>
	</div>
	<div id="attachment_33671" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Junge Frau mit Stoffleopardenhandtasche in Deauville, 1929; Mademoiselle de Szilagyi mit Fischtasche in Biarritz, 1935.</p></div>
<p>Ihre Namen sind kaum jemandem Bekannt, doch die Brüder Seeberger haben einen immensen Beitrag zur Geschichte der Mode geleistet, indem sie diese von 1909-1939 dokumentierten: an den Hotspots der Reichen und Schönen hielten sie den Stil, die Mode und die Gepflogenheiten einer anderen Zeit fest &#8211; man kann sie wohl guten Gewissens unter die ersten Streetstylefotografen, beziehungsweise die ersten Societyreporter zählen.</p>
<p><span id="more-33331"></span></p>
<div id="attachment_33656" style="width: 537px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Die Brüder Seeberger, ca. 1900. v.l.n.r.: Jules, Louis, Henri Seeberger. Aus der Sammlung der Familie Seeberger</p></div>
<p>Die Söhne eines bayrischen Vaters und einer Mutter aus Lyon, Jules, Louis und Henri Seeberger, gründeten ihr Fotografieatelier im Jahre 1906 in Paris. Bereits 1909 beauftragte die Directrice der Zeitschrift <em>La mode pratique</em>, Madame de Broutelles, die Brüder mit einer Reportage, für welche sie sich erstmals auf das Terrain der Mode vorwagten &#8211; diese wurde schnell ihr Spezialgebiet. Die Fotografie lernte laufen, als die Kamera transportierbar wurde. Die Belichtungszeit, zuvor ein weiterer Faktor, der die Fotografie auf Portraits und Landschaftsbilder limitiert hatte, wurde kürzer: Schnappschüsse wurden erstmalig möglich. Die Brüder Seeberger erkannten früh die Marktlücke, die dies kreierte: die ersten (damals noch gern gesehenen) Paparazzi waren geboren.</p>
<div id="attachment_33662" style="width: 537px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Miss Europe in Heim, biaritz, September 1931</p></div>
<div id="attachment_33661" style="width: 550px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Madame Mansfield in Chanel, Biarritz, September 1932</p></div>
<div id="attachment_33666" style="width: 534px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Mademoiselle Spinelly in Poiret beim Grand Prix von Deauville, 1920</p></div>
<div id="attachment_33665" style="width: 616px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Gabrielle Chanel, 1938</p></div>
<div id="attachment_33663" style="width: 564px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Madame Arpels, gekleidet in Maggy Rouff, August 1939</p></div>
<p>Zwischen den beiden Weltkriegen fingen die Brüder fotografisch das Leben der französischen (und europäischen) Schönen und Reichen ein: Cannes im Frühling, im Hochsommer Deauville, Im September Biarritz und im Winter Sankt Moritz. Die Brüder Seeberger dokumentierten die Eliten, ihre Gepflogenheiten, Stile und Lebensweisen und publizierten den Traum von einem sorgenlosen Leben in Magazinen wie Vogue, Vu, Fémina und Le Jardin des Modes.</p>
<div id="attachment_33657" style="width: 534px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Madame Ulam-Krauss, Sankt Moritz, Silvester 1939</p></div>
<div id="attachment_33658" style="width: 535px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Im Uhrzeigersinn: Sommer 1907, 1909, 1912, 1913</p></div>
<div id="attachment_33668" style="width: 524px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Kate Winslet? Nein, Madame Arpels in Maggy Rouff, 1937</p></div>
<div id="attachment_33667" style="width: 553px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Hermès Modelle, Deauville, 1939</p></div>
<div id="attachment_33664" style="width: 537px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Junge Frau mit Suzanne Talbot-Hut in Chantilly, 1933</p></div>
<p>Um sicherzugehen, dass man als Label zwischen Stars und Sternchen am jeweiligen Place-to-Be gesehen und fotografiert wurde, brachten Jean Patou, Jeanne Lanvin und Madeleine Vionnet ihre Models mit sich, um sich dort mit der Society, wie Madame Arpels, Charlie Chaplin, Joséphine Baker, Agha Khan sowie anderen Adligen, Schauspieler, Maler und die sogenannten &#8222;Demi-mondaines&#8220;, blicken zu lassen.</p>
<div id="attachment_33676" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Der König von Spanien, Alphonse XIII, Deauville, 1922</p></div>
<div id="attachment_33677" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Prinz Mohammed Agha Khan III mit Arlette Ryan (l.) La Begum Agha Khan (r.)</p></div>
<div id="attachment_33660" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Kostüm von Lanvin, Auteul, 1923 (l.); Outfit von Paquin, Bois de Boulogne, 1925</p></div>
<div id="attachment_33678" style="width: 534px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Charlie Chaplin am Strand von Biarritz, 1931</p></div>
<div id="attachment_33675" style="width: 557px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Prinz Charles d&#8217;Arenberg in Deauville, 1935</p></div>
<p>1975 von der Familie Seeberger erworben und seitdem in Besitz der Französischen Nationalbibliothek, sind insgesamt 60.000 Negative des Brüdertrios erhalten geblieben. Einen Teil davon gibt es in einem Sammelband von Xavier Demange zu sehen, den man <a href="http://www.amazon.de/les-seeberger-photographes-de-lelegance/dp/2020878356" target="_blank">hier</a> kaufen kann.</p>
<div id="attachment_33673" style="width: 536px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Junge Frau in Deauville, 1939</p></div>
<div id="attachment_33672" style="width: 553px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Madame Henri Gouin, Deauville, 1939</p></div>
<div id="attachment_33669" style="width: 523px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Madame Henri Claudel, Longchamp, 1938</p></div>
<div id="attachment_33670" style="width: 695px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Schuhe von Cédric, Cannes, 1939</p></div>
<div id="attachment_33674" style="width: 532px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Das Äffchen als Modeaccessoire: Madame Kade in Sankt Moritz, 1937</p></div>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Leipziger Baumwollspinnerei &#8211; from Cotton to Culture</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Dec 2013 19:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Baldauf]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Baumwolle]]></category>
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	<div>
	<a href="http://www.modabot.de/leipziger-baumwollspinnerei"><img title="Spinnerei_Geschichte" src="http://www.modabot.de/wp-content/uploads/Spinnerei_Geschichte.jpg" alt="Leipziger Baumwollspinnerei &#8211; from Cotton to Culture" width="200" height="122" /></a>
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	<div>
	<a href="http://www.modabot.de/leipziger-baumwollspinnerei"><img title="Spinnerei_Geschichte" src="http://www.modabot.de/wp-content/uploads/Spinnerei_Geschichte.jpg" alt="Leipziger Baumwollspinnerei &#8211; from Cotton to Culture" width="200" height="122" /></a>
	</div>
	<div id="attachment_33547" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipsziger Baumwllspinnerei, 1884</p></div>
<p>Leipzig wurde kürzlich in &#8222;Hypzig&#8220; umbenannt und zum &#8222;neuen Berlin&#8220; erklärt. Vor allem für Kreative bietet die Stadt gute Voraussetzungen. Übersichtlich, aber nicht zu provinziell, zieht es künstlerische Idealisten in die durchaus noch bezahlbare Stadt in Sachsen. Es ist nicht das erste Mal, dass Leipzig sich als Ort für Innovation und Erfindungsreichtum hervortut. Schon vor der Jahrhundertwende, um 1880, entstand in Leipzig eine moderne Fabrikanlage, die es so in Kontinentaleuropa noch nicht gab. Sie stellte eine der begehrtesten Waren ihrer Zeit her: Baumwollgarn.</p>
<p><span id="more-33219"></span></p>
<p>Weltweit war der Bedarf an Baumwolle und Baumwollproduktenprodukten im 19. Jahrhundert kontinuierlich gestiegen. Da eine Veränderung dieser Entwicklung nicht in Sicht war und die Umstände in Deutschland für einen eigenen Industriezweig für Baumwollspinnerei günstig waren, gründete eine Gruppe Industrieller in Leipzig die Baumwollspinnerei. Dafür sprachen die niedrigen Arbeitslöhne, längere legale Arbeitszeiten als in Großbritannien und hohe Einfuhrzölle auf Garne die hauptsächlich aus England und der Schweiz importiert wurden.</p>
<p>Die als Aktiengesellschaft gegründete Spinnerei erwarb ein Stück urbar gemachtes Sumpfland am Karl-Heine-Kanal im Westen Leipzigs. Das Grundstück verfügte über direkte Anschlussgleise, gesicherte Zu- und Abwasserkanäle und eine Telefonverbindung. Um das Gelände herum bestanden bereits Arbeiterquartiere, die für die Angestellten genutzt werden konnten. Im Jahr 1884 wurde die erste Spinnerei gebaut und im selben Jahr konnte der Betrieb aufgenommen werden.</p>
<div id="attachment_33538" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipsziger Baumwollspinnerei, 1909</p></div>
<p>Bereits ein Jahr später hatte sich die Produktion immens gesteigert und bis 1907 entstanden weitere Spinnereien, Kämmereien, Produktionshallen und Verwaltungsgebäude. Die Leipziger Baumwollspinnerei war zur größten Spinnerei Kontinentaleuropas angewachsen, beherbergte ca. 4000 Menschen auf 100.000m². An 240.000 Spindeln arbeiteten Menschen aus Sachsen, Bayern, dem Erzgebirge, Württemberg, aus Polen und Tschechien, aus Österreich und der Schweiz im Dreischichtsystem.</p>
<p>Für die Arbeitskräfte aus ganz Europa wurde eine völlig moderne Infrastruktur geschaffen. In der Nähe der Fabrik gab es Siedlungen mit Arbeiterhäusern, Kindergärten, medizinische Versorgung, Geschäfte, Lokale und Freizeitmöglichkeiten wie einen Park mit Turnhalle, Musikkapellen, Tanzgruppen und Chören. Sogar eine Betriebsfeuerwehr war parat. Weitere Zeichen für die moderne Ausrichtung der Spinnerei waren die eigene Spinnereischule und die Werkskantine, die Waren zum Selbstkostenpreis abgab. Selbst erzeugter Strom konnte für elektrische Bogenlampen anstatt der üblichen Gaslampen genutzt werden. Aber selbst unter diesen zu der Zeit sehr guten Arbeitsbedingungen, breiteten sich nach 1900 die Ideen des Sozialismus aus. Streiks für kürzere Arbeitszeiten waren häufiger an der Tagesordnung, eine Rede Karl Liebknechts im nahe gelegenen Felsenkeller schürte das Gedankengut weiter an.<br />
Die Folgejahre wurden schwierig für die Spinnerei. Während des Ersten Weltkrieges und in der Zeit danach brach die Rohstoffversorgung immer wieder zusammen, der internationale Konkurrenzdruck nahm zu, soziale Unruhen und Inflation bestimmten die Entwicklung. Neben der eigentlichen Garnproduktion kam die Herstellung von Sprengminen zu Kriegszwecken hinzu.<br />
Der Erste Weltkrieg hatte das Industriegelände weitgehend unbeschadet gelassen, da die riesigen Dächer begrünt waren und von Piloten für Wiesen gehalten wurden.<br />
Auch während der Weimarer Republik blieben die Zustände äußerst schwierig. Schwankende Baumwollpreise, unsichere Produktion, zu viel Baumwolle auf dem Markt und eine rückläufige Konjunktur verstärkten die unsichere Wirtschaftslage. Die Löhne wurden gekürzt, während Streiks für den Acht-Stunden-Tag und höhere Löhne legten die Arbeiter die Maschinen still &#8211; für diese Aktion wurde der gesamten Belegschaft fristlos gekündigt.</p>
<div id="attachment_33539" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipziger Baumwollspinnerei</p></div>
<p>Die Nationalsozialisten propagierten den &#8222;Aufschwung&#8220;. Nachdem die Spinnerei von allen SPD- und KDP-Mitgliedern „gesäubert“ wurde, investierte die Führung in die Fabrik. Der sogenannte Aufschwung hatte vor allem mit der Produktion von Garnen für Militäruniformen zu tun. Ganz sozial zeigte man sich bei der Versorgung der Frauen, die jetzt in den Produktionshallen arbeiten, da ihre Männer an der Front dienten. Es gab Wohnungen mit Bädern und elektrischen Herden, finanzielle Unterstützung und Familienbeihilfen wie Kuraufenthalte und Wäschepakete. Die Kehrseite der sozialen Medaille waren die Zwangsarbeiterinnen, die eingesetzt wurden. KZ-Häftlinge arbeiteten angeblich nicht in der Spinnerei, der Aufsichtsrat Walter Cramer hatte sich dagegen ausgesprochen. Cramer gehörte zum zivilen Widerstand um Bürgermeister Goerdeler und wurde nach dem Hitler-Attentat verurteilt und hingerichtet.</p>
<div id="attachment_33543" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipziger Baumwollspinnerei</p></div>
<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die sowjetische Besatzungszeit. Die Gebäude und Maschinen erlitten nur wenig Schaden, aber die Reparationszahlungen kosteten die Spinnerei die Hälfte aller Maschinen. Mit dem Jahr 1946 wurde die Leipziger Baumwollspinnerei zum Volkseigenen Betrieb (VEB). Die Belegschaft bestand zu 80% aus Frauen, die nebenbei auch noch eine Familie zu versorgen hatten. Um dem gerecht zu werden, die Produktivität steigern zu können und die Übererfüllung des Planes anzustreben, entstanden Einrichtungen wie Wochenkrippen oder Kinderwochenheime.</p>
<div id="attachment_33541" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipziger Baumwollspinnerei</p></div>
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<p>Für viele wirkten die Möglichkeiten zur beruflichen Qualifizierung, das familiäre Umfeld und die kulturellen Angebote wie der soziale Himmel. Wahrgenommen werden konnte diese jedoch nur mit einer Parteimitgliedschaft der SED.<br />
In den 80er Jahren stieg der Konkurrenzdruck aus Indien und Pakistan stark an. Innerbetriebliche Rationalisierungen und der Einsatz moderner Maschinen sollten die Produktivität erhöhen, aber der wirtschaftliche Niedergang war kaum mehr aufzuhalten.</p>
<div id="attachment_33546" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipziger Baumwollspinnerei</p></div>
<p>Mit dem Mauerfall endete die Garnproduktion. Kurz darauf, im Jahr 1993 wurde die Spinnerei abgewickelt und von der Treuhand an einen westdeutschen Käufer abgeben. Dieser arbeitete noch eine Zeit lang mit einer Belegschaft von 40 Leuten weiter. Dabei nutzte er nur einen Bruchteil des Geländes und versuchte, für die anderen Räume neue Mieter zu finden. Daraus ergaben sich neue, alternative Nutzungskonzepte. Als erstes kamen die Künstler, unter ihnen z.B. Neo Rauch und andere Vertreter der Neuen Leipziger Schule. Die Mietpreise waren günstig und zogen weitere Kreativschaffende an.</p>
<div id="attachment_33548" style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><p class="wp-caption-text">Leipziger Baumwollspinnerei</p></div>
<p>Bis heute hat sich die Baumwollspinnerei in Leipzig zu einer lebendigen Kunststadt entwickelt, die auf einem zehn Hektar großen Werksgelände Modedesignern, Architekten, Druckereien, Goldschmieden, einer Keramikwerkstatt, Porzellanmanufaktur, Fahrradmanufaktur, einem Filmklub, einem Künstlerbedarf und Gastronomie ein Zuhause gibt. Der Guardian nannte die <a href="http://www.spinnerei.de/" target="_blank">Spinnerei</a> 2007 „the hottest place on earth“.</p>
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